Die Idee für die Doppelporträts entstand beinahe automatisch, kurz nachdem ich begonnen hatte, den Kommunalen Ordnungsdienst zu begleiten. Immer wieder fiel mir auf, wie sehr sich der Eindruck von den Menschen verändert, sobald die Uniform ins Spiel kommt: Aus vertrauten Menschen werden Vertreterinnen und Vertreter eines Amtes. Die Uniform schützt, strukturiert, schafft Distanz – und lässt vieles Persönliche im Hintergrund verschwinden.
Bevor aus der Idee ein Projekt wurde, habe ich abgewartet, ob überhaupt Bereitschaft besteht, sich darauf einzulassen. Umso mehr hat mich die spontane Offenheit gefreut: „Tolle Idee, ich bin dabei.“ Am Ende waren es dreizehn Kolleginnen und Kollegen, die sich porträtieren ließen – in Uniform und in Zivil, im mobilen Studio, rund um die Schichtwechsel. Der Sommer war voller Einsätze und Großveranstaltungen, doch im Herbst entstand Raum für insgesamt drei Foto-Sessions.
Bei den Fotos in Uniform zeigte sich der professionelle Habitus sehr klar: die neutrale Mimik, die feste Haltung, die Konzentration, die entsteht, wenn man den öffentlichen Raum im Blick behalten muss. Genau dieser Ausdruck gehört zur Arbeit – er schützt und zeigt zugleich, dass hier jemand in einer Rolle handelt, die von der eigenen Person zu trennen ist.
Die Zivilporträts hingegen öffneten eine andere Ebene. Kleidung, Körpersprache, kleine Dinge aus dem Alltag oder einem Hobby erzählten plötzlich Geschichten, die die Uniform verdeckt. Diese Bilder wurden möglich, weil über ein dreiviertel Jahr Vertrauen gewachsen ist – Vertrauen, das es erlaubt, vor der Kamera locker zu werden, obwohl der Moment für die meisten eine Ausnahmesituation war. Für dieses mir entgegengebrachte Vertrauen bin ich sehr dankbar.
Am Ende zeigen die Doppelporträts etwas, das im Alltag leicht übersehen wird: Hinter jeder Uniform steckt ein Mensch mit eigener Geschichte, Persönlichkeit und Haltung. Dieses Nebeneinander sichtbar zu machen, war der Kern des Projekts. Ich bin den Beteiligten sehr dankbar, dass sie sich darauf eingelassen haben, es so möglich gemacht haben.











