„Das passt super zum Thema „Sicherheiten“ im nächsten Semester der VHS. Lasst uns doch eine Ausstellung im Haus der Bildung machen.“ So oder so ähnlich reagierte die Kulturdezernentin der Stadt Bonn, Birgit Schneider-Bönninger, als ich ihr und Ordnungsamtsleiter Ralf Bockshecker Ende 2025 den Stand meines Projekts vorstellte. Anfang des Jahres folgte ein Treffen mit Gabriele Tillmanns, der Leiterin der Volkshochschule (VHS) Bonn und Lena Weber, der Fachbereichsleiterin „Kunst und Kultur“. Auch hier: „Machen wir.“ Termin: Ende April. Das hörte sich erstmal weit hin an, war am Ende dann doch mehr Spurt als Marathon. Die Kurzfassung der nächsten Wochen lautete: auswählen, reihen, abziehen und drucken, rahmen, aufhängen. Etwas ausführlicher stellt sich die Reise so dar:

In dem ganzen Projekt hatte ich bereits ungefähr 4.000 Bilder aufgenommen. Das ist natürlich eine viel zu große Basis, mit der man nicht arbeiten kann. So besteht der erste Auswahlprozess im Aussortieren von Duplikaten und Bildern, die technisch nicht optimal sind oder schlicht keine Aussage haben. Dadurch reduzierte sich das Material schnell auf etwa 400 Bilder.

Für die finale Auswahl arbeite ich gerne analog und nicht am Computer. Ich lasse diese circa 400 Bilder bei einem Online-Fotolabor ausdrucken und treffe dann mit den Abzügen die eigentliche Auswahl. Natürlich nicht mit allen 400 Bildern gleichzeitig, sondern ich suche aus diesen zunächst einen Stapel von etwa 60 bis 70 Bildern heraus. Dabei kommt der Satz „Kill your Favorits“ zur Geltung. Man kann eben nicht immer nur die eigenen Lieblingsbilder nehmen, weil Favoriten allein nicht unbedingt eine Geschichte erzählen. Außerdem können sich zwei starke Bilder nebeneinander gegenseitig ihrer Wirkung berauben. An vielen Stellen braucht es deshalb auch Übergangsbilder.

Wenn dann ein Stapel von 60 oder 70 Bildern vorliegt, beginnt die Überlegung: Welche Geschichten kann ich mit diesen Bildern überhaupt erzählen? Und welche Geschichten geben die Bilder selbst her? Auch muss ich den Raum, in dem die Ausstellung hängen wird, im Kopf behalten. Wie viele Bilder können es überhaupt maximal werden? Wie viele können wo zusammen, nebeneinander hängen? Wie viele Blöcke gibt es? Dafür habe ich vor Ort ein kleines Aufmaß gemacht. Und so hatte ich relativ schnell die sechs Geschichten im Kopf, die ich schließlich auch in der Ausstellung präsentiere. Für die eigentliche Reihung („Sequenzierung“) habe ich in meinem Arbeitszimmer eine Magnetwand, an der ich Stück für Stück die Serien zusammenstelle. Nachdem die Serien fertig waren, konnten die Bilder in die Produktion gehen. Tage des Wartens auf die Ergebnisse…

Ein zweites wichtiges Element der Ausstellung sind die lebensgroßen Doppelporträts. Ich habe einige Mitarbeitende des Kommunalen Ordnungsdienstes und des Verkehrsaußendienstes sowohl in Zivil als auch in Uniform fotografiert, um die „Verwandlung“ zu zeigen, die bei dem Wechsel stattfindet. In jeder der sechs Fotoserien gibt es eine Person, von der ein solches Doppelporträt zu sehen ist. Hier musste ich zunächst die tatsächliche Körpergröße der Beteiligten erfragen und ebenso eine Möglichkeit finden, die Bilder entsprechend groß auszudrucken. Inzwischen hatte ich einen Kontakt zu medienkraftwerk in Euskirchen gefunden, wo ich Tintenstrahldrucke im Format von 2,50 Metern mal 90 Zentimetern produzieren lassen konnte. Herzlichen Dank für die Bilder vom Druck! Die Erstellung der passenden Druckdaten war durchaus eine Herausforderung. Ebenso wie die Aufhängung der Bilder. Denn Großformatbilder werden ja eher nicht gerahmt, die werden anders aufgehängt. Mit etwas Fantasie und ein wenig Ausprobieren konnte ich schließlich eine Aufhängung aus Alurohren und Galerieseilen entwickeln, mit der die Porträts später in der Ausstellung präsentiert werden können.

Irgendwann lag dann das gesamte Material fertig bei mir zu Hause, und es konnte an das „echte“ Hängen der Ausstellung gehen. Das war eine ziemliche Hau-Ruck-Aktion zusammen mit zwei wunderbaren Mitarbeiterinnen der Volkshochschule. Natürlich funktionierte der wohl überlegte Plan zur Hängung dann doch nicht, weil hier ein Rettungsweg-Schild nicht verdeckt werden darf und ich mich dort beim Aufmaß verrechnet hatte. Aber nach ungefähr acht Stunden hing schließlich alles. Es sah (und sieht!) großartig aus, und damit war die Ausstellung fertig – bereit für die Vernissage.

Und so sieht die Ausstellung nun aus: